Shakespeare hautnah!

Die SchülerInnen der Englisch-Leistungskurse besuchten das Shakespeare-Festival in Neuss

Shakespeare hautnah

„If music be the food of love, play on”

Am Freitag, den 13.05.22 machten wir uns im Rahmen des Unterrichts gemeinsam mit den beiden Englisch LKs der Q1, sowie unseren LK-Lehrern, Frau Schröder und Herrn Fiddrich, auf den Weg nach Neuss, um dort eine HandleBards-Produktion von Shakespeares Twelfth Night (auf Deutsch: Was Ihr Wollt) zu sehen.

Nach fast zweistündiger Zugfahrt erwartete uns draußen vor Ort, am nachgebauten Globe Theater in Neuss, zuerst eine kurze Einführung mit den zwei weiblichen Hauptdarstellerinnen. Als wir reingelassen wurden, musste wir das Theater selbstverständlich erst einmal von innen genau unter die Lupe nehmen: Eine kleine Bühne mit mehreren Stockwerken. Was auf den ersten Blick zunächst ungewohnterschien, hat doch recht viel Ähnlichkeit mit dem echten Globe Theater aus dem 17. Jahrhundert!

Um 15:30 begann schließlich die Aufführung und wir waren alle bereits ziemlich gespannt, was uns nun erwarten wird. Ein kein Ende nehmendes Theaterstück? Langweilige schauspielerische Künste oder ein unmittelbarer Einblick ins Zeitalter des Elizabethan Age?

Das Stück begann mit einem Song seitens der Schauspieler, wobei diese musikalische Gestaltung mitsamt Gitarre, Trommel und Mundharmonika das Publikum durch das gesamte Stück hinweg begleitete. Die Performance schaffte es das Publikum, uns eingeschlossen, vom Anfang bis zum Endedurch seine humorvolle Art zu begeistern.

Es war selbstverständlich kein Leichtes jedes Wort und jeden lustigen Kommentar zu verstehen (insbesondere da wir bis dahin nur den ersten Akt des Stücks kannten), allerdings unterstützten Gestik und Mimik das Bühnengeschehen, weshalb man die Handlung gut mitverfolgen und an den richtigen Stellen mitlachen konnte. Und dafür gab es reichlich Gelegenheit, was einerseits der schrägen Komödie an sich, aber auch dem Schauspiel zu verdanken war.

Bemerkenswert war vor allem, die Darstellung aller Charaktere des Stücks, die lediglich durch vier Schauspieler*innen erfolgte. Diese wechselten immer wieder gekonnt ihre Rollen, sodass sich die hübsche Olivia plötzlich in den betrunkenen Onkel verwandelte oder die ProtagonistinViola zur mürrischen Hausfrau Maria wurde. Dies wirkt allerdings verwirrender als es tatsächlich war, denn die Grenzen zwischen den Figuren wurde anhand ihreraußergewöhnlichen Charaktereigenschaften dennoch deutlich. Natürlich durfte auch hier wieder das bekannte Symbol der HandleBards, das FahrradMotiv, nicht fehlen und war wichtiger Bestandteil des Stücks.

Nach der knapp zweistündigen Vorstellung mitsamt Pause, die wir nach konzentriertem Zuschauen glücklich entgegennahmen, verabschiedeten wir uns vom Theater und der Abend endete mit einem schönen Gruppenfoto direkt vor dem „Globe“, was den Anschein erweckte als wären wir tatsächlich in London gewesen.

Klar ist auf jeden Fall, dass diese Interpretation von Twelfth Night mit seiner humorvollen Art, seinem gelungenen Schauspiel und dem unvergesslichen Happy End uns begeisterte und jedem, auch denjenigen die nicht zu Shakespeares größten Fans gehören, ans Herz zu legen ist.

Selin Yalcin und Julia Ljustaku