Katholische Religionslehre

Das Fach „Katholische Religionslehre“ wird auf beiden Sekundarstufen bis zum Abitur unterrichtet. In der Sekundarstufe I haben die Schülerinnen und Schüler einmal in der Woche zwei Stunden, in der Sekundarstufe II im Grundkursbereich drei Wochenstunden Unterricht. Unterrichtet wird nach dem Kernlehrplan des Landes NRW (für G8) und dem Hausinternen Curriculum der Heinrich-von-Kleist-Schule. In der Sekundarstufe I werden fundamentale Fragen des Faches geklärt sowie grundlegende Voraussetzungen für die Arbeit in der Qualifikationsphase geschaffen. In der Jahrgangsstufe 5 und 6 entwickeln die Schüler Fragen nach dem Grund, Sinn und Ziel des eigenen Lebens sowie der Welt und beschreiben erste Antwortversuche; sie identifizieren religiöse Zeichen und Symbole und benennen ihre Bedeutungen; sie fassen altersangemessene, religiös relevante Texte und andere Materialien zusammen und erläutern diese. Sie lassen sich auf Erfahrungen von Stille und innerer Sammlung ein und reflektieren diese. Sie begegnen respektvoll einigen Grundformen liturgischer Praxis (z.B. Gebet, Schulgottesdienst, Feiern) und lernen die Bibel kennen, deren Entstehung, Aufbau und Sprache. Weiterhin lernen sie das Kirchenjahr und dessen Feste im Jahreskreis kennen, sprechen über Sakramente als lebendiges Zeichen der Nähe Gottes. Die Schüler beschäftigen sich mit der Schöpfungsgeschichte; mit der Zeit, der Umwelt und dem Programm Jesu; sie lernen den Apostel Paulus als Verkünder des Christentums kennen; sprechen über Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener christlicher Richtungen, unterscheiden Religionen und Konfessionen im Hinblick auf grundlegende Merkmale. Abraham wird ihnen als Vater des Glaubens von Juden, Christen und Muslimen vorgestellt. Der Islam als Weltreligion ist das letzte Thema in der Jahrgangsstufe 6. Im Jahrgang 7 geht es um Wegweiser im Leben damals und heute, um Propheten als Wegweiser Gottes; weiterhin um Lebensalternativen in Orden und Klöstern, um die Kirche als Nachfolgegemeinschaft Gottes und um das Judentum als Wurzel des Christentums. In der Jahrgangstufe 8 wird über erste Erfahrungen von Freundschaft, Liebe und Partnerschaft gesprochen, anschließend über den Entstehungsprozess der Evangelien und über die synoptische Frage; über Gemeinsames und Besonderes in den Evangelien wird diskutiert. Die Schüler lernen Jesus Christus als Grund unserer Hoffnung kennen; sie sprechen über Martin Luther und die Reformation und deren Folgen. Das letzte Thema in der Jahrgangsstufe 8 sind Sekten – eine Sinnsuche auf Abwegen. Die Jahrgangstufe 9 stellt auf inhaltlicher Ebene Anfragen an den Glauben an Gott auf, geht auf Israels Urgeschichten ein und beurteilt die Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus. Es geht auch um Christen in der Nachfolge Jesu, die aus christlicher Überzeugung handelten. Am Ende der Jahrgangsstufe 9 lernen die Schüler fernöstliche Religionen kennen – Hinduismus und Buddhismus. Die Arbeit in den Grundkursen der Sekundarstufe II führt inhaltlich-thematisch und methodisch in zentrale Fragestellungen des Faches ein, fokussiert sich auf Sachverhalte und Problemkomplexe, Strukturen und Arbeitsmethoden des Faches. Zusammenhänge im Fach selbst und über dessen Grenzen hinaus werden erkennbar. Verknüpft werden zentrale Wissensbestände mit fachbezogenen und methodischen Kompetenzen. In der EF geht es um theologische und anthropologisch-ethische Annäherungen; um Naturwissenschaften und Glauben. Die Q1 priorisiert die Frage nach der biblisch-christlichen Gottesbotschaft; fokussiert sich inhaltlich auf das Lukas-Evangelium, und sie behandelt Kirchenbilder des II. Vatikanischen Konzils. In der Q2 lautet das Jahresthema „Wie plausibel ist der Glaube?“. Besprochen werden Herausforderungen des Atheismus und der Theodizee. Die Botschaft von der Erlösung, des Heils und der Vollendung (Auferstehung und Eschatologie) ist eine weitere Unterrichtsreihe. Der Religionsunterricht, auf beiden Sekundarstufen, achtet die jeweiligen persönlichen Glaubensüberzeugungen der Schülerinnen und Schüler. An Beispielen des Lehrplans wird wissenschaftspropädeutisches Arbeiten geschult. Ziel des Faches „Katholische Religion“ ist eine kritische Reflexion und Auseinandersetzung mit allen grundlegenden Fragen des Glaubens, der Religiosität und der christlichen Praxis. Vermittelt wird auch eine grundlegende Akzeptanz und Offenheit gegenüber anderen Konfessionen. Toleranz und Dialogfähigkeit sind Lernziele, die im Unterricht mit zu einer gesprächsfähigen Identitätsbildung und Identitätsfindung der Schülerinnen und Schüler führen sollen. In Zukunft sind gemeinsame Projekte mit der Fachschaft „Evangelische Religion“ denkbar.