Politik/Wirtschaft – Sozialwissenschaften

Entsprechend der Rahmenvorgabe für politische Bildung und den Kernlehrplänen wird in den Fächern Politik/Wirtschaft (Sekundarstufe I) und Sozialwissenschaften (Sekundarstufe II) als zentrales Ziel die Entwicklung der politischen und ökonomischen Mündigkeit angestrebt. Dazu gehören als Leitideen insbesondere die Reflexionsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Toleranz und Solidarität als Grundvoraussetzung für politische, gesellschaftliche und ökonomische Teilhabe.

In der Sekundarstufe I wird das Fach Politik/Wirtschaft in den Jahrgangsstufen 5, 7 und 9 unterrichtet. Bereits hier steht im Vordergrund, die Lernenden mit gegebenen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen zu konfrontieren und damit zusammenhängende Konflikte und Probleme aufzuzeigen, sodass die Schülerinnen und Schüler in der Auseinandersetzung mit ihnen dazu befähigt werden, das Handeln von Individuen und Gruppen nachzuvollziehen, zu verstehen, sowie kompetent beurteilen zu können. Eine belastbare politisch-demokratische Ambiguitätstoleranz wird daher bereits in diesen Jahrgangsstufen angestrebt. Dem Kernlehrplan folgend werden vier Bereiche ausgebildet: Sachkompetenz, Methodenkompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz. Diese Kompetenzen werden in einem breiten Spektrum von Inhaltsfeldern entwickelt – hier seien beispielhaft das Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie oder die Identitätsentwicklung in der Mediengesellschaft genannt.

Mittels der Unterrichtssequenz zur Berufswahlorientierung und des Unterrichtsganges zum Berufsinformationszentrum in der Klasse 9 leistet das Fach zudem eine Vorbereitung sowohl auf das Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe EF als auch auf die postschulische Lebensphase.

In der Sekundarstufe II wird der Unterricht fortgeführt und die Kompetenzen werden vertieft im Fach Sozialwissenschaften. Der sich an den Vorgaben des Zentralabiturs orientierende Unterricht im Fach Sozialwissenschaften versteht den Menschen zugleich als gesellschaftliches Produkt und als Gestalter der Gesellschaft. Entsprechend sollen gesellschaftliche Kompetenz, eine gewissenhafte Selbstreflexion sowie die engagierte Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme gefördert werden. Ausgehend von aktuellen und exemplarischen Konflikten des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens werden gesellschaftliche Anforderungen vermittelt und dabei Betroffenheit und Bedeutsamkeit sowie soziales und politisches Lernen miteinander verbunden. Zentrale Aufgabe ist es, das Politische in gesellschaftlichen Prozessen zu entdecken und dabei an konkreten Fällen verallgemeinerungsfähige Erkenntnisse und Verfahren zu gewinnen. Dabei besteht das übergeordnete Ziel des Faches darin, Schülerinnen und Schüler zunehmend zu einer selbstständigen Analyse politischer und ökonomischer Problemlagen sowie Konflikte und damit zu einem eigenständigen, begründeten sowie kriteriengeleiteten Urteil zu befähigen.