Auszeichnung für zwei HvK-Schüler beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Die Schüler Mika (links) und Finn Halstrick vom Heinrich-von-Kleist-Gymnasium in Bochum-Gerthe präsentieren mit Tutor Erwin Steden stolz ihre Urkunden vom Bundespräsidenten. Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Im Online-Portal der WAZ berichtet Kay Winckler am 30.06.2021:

„Auch am Heinrich-von-Kleist-Gymnasium in Bochum-Gerthe herrscht unter den Schülern bereits Ferienstimmung, der Sommer ist in greifbarer Nähe. Für die Brüder Finn (15) und Mika (11) Halstrick nimmt das Schuljahr ein ganz besonderes Ende. Sie erhalten eine Urkunde vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD). Anlass ist ihre Teilnahme am vom Bundespräsidenten ausgelobten Geschichtswettbewerb. Gemeinsam mit ihrem Tutor Erwin Steden haben sie sich unter anderem mit der Bochumer Fußballgeschichte
befasst.

Bochum: Schüler überzeugen bei Geschichtswettbewerb – und erhalten Post aus Berlin
Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre von der Körber-Stiftung ausgerichtet und findet seit 1973 statt. Es handelt sich um den größten Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. Das Motto in diesem Jahr lautet „Bewegte Zeiten. Sport macht Gesellschaft“. Bundesweit wurde zu Sportthemen der jeweiligen Region oder der eigenen Familiengeschichte recherchiert. Betreut
wurden die Recherchen von Tutoren. Kinder und Jugendliche sollen über die Teilnahme Zugang zur eigenen Geschichte erhalten. Es nahmen 3400 Schülerinnen und Schüler teil. Insgesamt 1349 Beiträge reichten die Kinder und Jugendlichen einzeln oder in der Gruppe ein.

Finn und Mika stand während der Recherche Erwin Steden zur Seite, der fest in der Bochumer Fußballwelt verwurzelt ist. „Ich habe einen Flyer von dem Wettbewerb gefunden“, erzählt er. Ihm sei sofort klar gewesen, dass er eine Bochumer Recherche als Tutor begleiten möchte. Dabei habe er an einen Freund gedacht, der Enkel hat, nämlich Finn und Mika.

Finn und sein kleiner Bruder Mika, beide begeisterte Fußballspieler, waren schnell überzeugt, berichtet der Fünfzehnjährige. Im Dezember und Januar startet schließlich die Recherche des Trios, Ende Februar reichen sie ihre Ergebnisse bei einer Jury ein. Steden sieht eine besondere Bedeutung im diesjährigen Motto des Wettbewerbs: „Gesellschaliche Ereignisse sind immer mit Sport
verbunden. Das ist auch seine Aufgabe — immer Augenkontakt zur Gesellschaft zu halten“.

Recherche zum Wettbewerb zeigt: Der Sport hält die Gesellschaft zusammen
Aus der Recherche entstanden ist ein Bericht, bei dem die Brüder laut Finn vor allem zu einer Erkenntnis gekommen sind: „Fußballverbindet Traditionen, Nationalitäten und Generationen.“ Getreu dem Motto „Sport macht Gesellschaft“ erkannten die Brüder während des Projekts mehr und mehr, wie der Sport eine Gesellschaft zusammenhalten kann.
Doch nicht nur das, auch neue Freundschaften würden durch Sport schneller geschlossen werden, ist sich Mika sicher. „Vor allem nach dem Krieg sind so wieder Freundschaften zwischen verschiedenen Landsleuten entstanden“, betont der Elfjährige. Das ist auch Stedens Erfahrung. Mit seinen Fußballteams habe er als Trainer immer wieder Reisen unternommen, unter anderem
nach Jerusalem, erinnert er sich. Dabei stand nie nur der Sport, sondern vor allem das Knüpfen internationaler Kontakte imVordergrund. Über die Recherche fühlen sich die Brüder auch
ihrem kürzlich verstorbenen Großvater nahe, berichten sie. „Mit Opa haben wir immer über Fußball gesprochen“, erzählt Finn. Auch für seinen Großvater sei der Sport schon immer Teil seines
Lebens in Bochum gewesen. „Wir hatten mit ihm auch eine VfLDauerkarte, er kam zu jedem unserer Spiele und manchmal auch zum Training“, berichtet der Neuntklässler.“

Info zu Erwin Steden:

„Ein Leben für den VfL Bochum
Erwin Steden war 50 Jahre Jugendleiter und Vorstandsmitglied beim VfL. 30 Jahre war er dort außerdem Stadionsprecher. Bereits mit 16 muss er seine eigene Karriere als Fußballer wegen einer Bronchitis beenden, sich vom Fußball abzuwenden war für ihn jedoch nie eine Option. Steden verweist auf die hohe Bedeutung von Vereinen und Bezugspersonen für Kinder und Jugendliche. Sein ganzes Leben engagiert er sich bereits sozial. Er übernahm unter anderem die Vormundschaft für Kinder und Jugendliche, deren Eltern diese Aufgabe nicht wahrnehmen konnten.
Zur Urkunden-Übergabe in der Schule erscheint Steden sportlich mit dem Fahrrad.“